FV Bad Honnef – SC Fortuna Köln 3:6 n.E. (2:2; 2:2; 0:2) [POKAL]

So ziemlich alle waren sich im Vorfeld einig, dass man sich für die erste Runde des Mittelrheinpokals die Fortuna aus Köln als Gegner wünschte. Umso größer war dann auch die Vorfreude, als den HFV tatsächlich dieses Los ereilte. Sportlich mit Sicherheit mit das Schwierigste, was in den Töpfen so herumlungerte. Allerdings auch das Einzige Los, welches eine größere Anzahl an Gästefans versprach.

Am Spieltag selbst sammelten wir uns schon relativ früh in der Kneipe, da der Anstoss schon um 14 Uhr erfolgen sollte. Ein Ärgernis stellten die aufgerufenen Eintrittspreise dar, da diese sich laut Verband an der klassenhöheren Mannschaft orientieren müssen. 12 Euro für einen Tribünenplatz ist schon happig. Man musste befürchten, dass nicht viele Zuschauer bei diesen Preisen spontan vorbeischauen würden.

Gegen Mittag machten wir uns dann durch Selhof auf Richtung Stadion und ließen die Kontrollen über uns ergehen. Ordner, die sich entschuldigen, wenn sie in einen Rucksack gucken mussten, sieht man beim Fussball auch eher selten.
Das Stadion füllte sich eher schleppend und auch aus Köln kamen nicht die erwartete Anzahl an Fans, so dass es statt der erhofften 500-600 nur circa 350 Zuschauer werden sollten. Hierbei hielten sich Heim- und Gästefans ungefähr die Waage.
Mit Einlaufen der beiden Mannschaften ging es im Block A direkt mit Vollgas los. Mit dem Nachwuchs an der Trommel wurde von Beginn in sehr guter Lautstärke losgelegt. Begünstigt wurde der Support durch einen kleinen Standortwechsel. Anstatt direkt neben der Sprecherkabine wie sonst üblich, zog es uns an das Ende der Tribüne, um nicht von anderen Zuschauern ‚gestört‘ zu werden. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellen sollte. Der Support an diesem Tag war so ziemlich das Beste, was der Menze seit langer langer Zeit erleben durfte.

Da machte es auch nichts aus, dass die Fortuna unseren HFV von der ersten Minute an förmlich an die Wand spielte. Unsere Mannschaft kam beinahe gar nicht in die Zweikämpfe und auch die 2:0 Führung der Fortuna zur Halbzeit war nur deshalb so gering, weil unser Torhüter einen besonders guten Tag erwischt hatte.

Mit dem Seitenwechsel änderte sich auch das Spiel des HFV. Man traute sich jetzt mehr (zu) und fand immer besser ins Spiel. Auch, weil die Fortuna-Spieler sich dank der Führung in relativer Sicherheit wogen.
Die mutige Spielweise wurde in der 70. Minute belohnt, als Ibo Manav der Anschlusstreffer gelang. Die Fortuna wusste nun nicht mehr, wie sie mit der neuen Situation umgehen sollte. Im Block A herrschte derweil
tropische Hitze. Alles in Bewegung. Und auch das ‚Steht auf für die Badestadt‘ wurde vom Rest der Tribüne angenommen.
Von den mitgereisten Kölner kam derweil nicht viel. Nachvollziehbar, das es aus deren Sicht nur ein Spiel gegen einen Landesligisten in der ersten Pokalrunde war. Etwas enttäuschtend war es dennoch.

In der 87. Minute kam dann nach einer wunderbaren Kombination die Sternstunde des Leondrit Issufi. Frei herausgespielt erzielte er mit einem Heber den Ausgleich. Kann man in dem Alter gegen einen Regionalligisten mal machen. Die Tribüne kochte jetzt endgültig und es ging tatsächlich in die Verlängerung.

Dort spielten dann nur noch die Kölner. Unserer Mannschaft und unserem Keeper gelang es jedoch irgendwie, den Spielstand über die Zeit zu retten.
Vor dem nun anstehenden Elfmeterschießen versuchten wir noch etwas den Druck von unserer Mannschaft zu nehmen. Doch die Kölner Spieler zeigten leider keine Nerven und durch zwei verschossene Elfmeter auf unserer Seite hieß der Sieger Fortuna Köln.

Auf dem Papier eine Niederlage. Gefühlt aber war das ein Sieg. Gegen den Tabellenzweiten der Regionalliga West einen 2:0 Rückstand gedreht und diesen noch bis ins Elfmeterschiessen mitgenommen. Das ist für eine
Landesligamannschaft einfach überragend. Man zollte der eigenen Mannschaft dann noch den verdienten Respekt an der Tribüne.

Das Kapitel Pokal ist für diese Saison also geschlossen, was jedoch nicht weiter tragisch ist, da dieser realistisch gesehen sowieso nicht gewonnen werden kann, wenn man betrachtet, welche Vereine da so mitspielen. Dieses Spiel war daher das Beste, was unserem Verein passieren konnte. Man zeigte sich als Gastgeber und besonders auch spielerisch von der Allerbesten Seite und kann sich nun auf den Aufstieg
konzentrieren.

Was bleibt sind die Erinnerungen an ein Spiel, in welchem der HFV nicht so klein war, wie es manchmal scheint.
Danke dafür an die Mannschaft!

Block A Boyz 98

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